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Glossar

Gierratensensor (ESP-Sensor)

Ein hochempfindlicher gyroskopischer Sensor, der die Rotationsgeschwindigkeit des Fahrzeugs um seine eigene Hochachse misst.

Der Gierratensensor ist das Herzstück und die wichtigste messtechnische Messgröße des Elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP). Als „Gieren“ bezeichnet man in der Fahrphysik die Drehbewegung des Kraftfahrzeugs um seine vertikale Hochachse – also die Bewegung, die ein Auto beim Durchfahren einer Kurve oder beim unkontrollierten Schleudern ausführt. Der Sensor misst diese Winkelgeschwindigkeit (Gierrate in Grad pro Sekunde) hochpräzise in Echtzeit. Das ESP-Steuergerät vergleicht die gemessene Gierrate permanent mit dem Lenkwinkel des Fahrers und der aktuellen Fahrgeschwindigkeit: Weicht die gemessene Drehbewegung des Autos vom errechneten Sollkurs ab (das Heck bricht aus oder das Auto untersteuert stur geradeaus), erkennt das System binnen Millisekunden einen instabilen Fahrzustand. Zusammen mit integrierten Querbeschleunigungssensoren liefert der Gierratensensor die exakte mathematische Grundlage für gezielte Bremseneingriffe an einzelnen Rädern, um das Fahrzeug blitzschnell wieder in die Spur zu zwingen.