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Glossar

Elektronische Allradlenkung (Hinterachslenkung)

Ein aktives Fahrwerkssystem, bei dem die Hinterräder über elektromechanische Stellglieder mitgelenkt werden, um Wendekreis und Fahrstabilität zu optimieren.

Die aktive Allradlenkung (Hinterachslenkung) ist eine hochentwickelte Fahrwerkstechnologie, die vor allem in Fahrzeugen der Oberklasse, großen SUVs und Sportwagen zum Einsatz kommt. Anstelle einer starren Hinterachse sind die Hinterräder mit elektromechanischen Aktuatoren versehen, die einen Lenkwinkel von bis zu 3 bis 10 Grad ermöglichen. Das System arbeitet geschwindigkeitsabhängig in zwei grundlegend verschiedenen Betriebsmodi. Bei niedrigen Geschwindigkeiten (beim Rangieren und im Stadtverkehr bis ca. 50 km/h) schlagen die Hinterräder entgegengesetzt zu den Vorderrädern ein (gegenphasiges Lenken). Dies verkürzt den virtuellen Radstand, wodurch sich der Wendekreis um über einen Meter verringert – ein großer SUV lässt sich dadurch so wendig wie ein Kompaktwagen einparken. Bei höheren Geschwindigkeiten auf Landstraße und Autobahn lenken die Hinterräder gleichsinnig mit den Vorderrädern: Das Fahrzeug führt bei Spurwechseln eine parallele Translationsbewegung aus, was Wank- und Giermomente eliminiert und eine unerschütterliche Fahrstabilität bei schnellen Ausweichmanövern garantiert.