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Glossar

ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm)

Ein aktives Fahrassistenz- und Sicherheitssystem, das durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder ein Ausbrechen und Schleudern des Fahrzeugs in kritischen Fahrsituationen verhindert.

Das Elektronische Stabilitätsprogramm, allgemein als ESP bekannt, stellt einen der bedeutendsten Meilensteine in der automobilen Sicherheitsgeschichte dar. Die Funktionsweise basiert auf einem hochpräzisen Netzwerk aus Sensoren, darunter Raddrehzahlsensoren, Lenkwinkelsensoren sowie Querbeschleunigungs- und Gierratensensoren. Diese Komponenten erfassen kontinuierlich bis zu 25 Mal pro Sekunde den tatsächlichen Bewegungszustand des Autos und vergleichen ihn mit dem Lenkwunsch des Fahrers. Droht das Automobil in einer Kurve über die Vorderräder nach außen zu schieben (Untersteuern) oder mit dem Heck auszubrechen (Übersteuern), greift das Steuergerät des Systems in Sekundenbruchteilen ein. Durch gezielten hydraulischen Bremsdruckaufbau an einzelnen Rädern – beispielsweise am kurveninneren Hinterrad beim Untersteuern – wird ein ausgleichendes Giermoment erzeugt. Ergänzend kann das ESP über die Motorsteuerung das abgegebene Drehmoment drosseln, um die Fahrstabilität wiederherzustellen. Seit November 2014 ist ESP für alle neu zugelassenen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge in der Europäischen Union gesetzlich vorgeschrieben. Untersuchungen von Verkehrsforschern und Versicherern belegen eindrucksvoll, dass das System bis zu 80 Prozent aller schweren Schleuderunfälle verhindern oder in ihren Folgen drastisch mildern kann. Moderne Ausprägungen sind eng mit anderen Assistenzsystemen wie dem Notbremsassistenten, der Anhängerstabilisierung und der Traktionskontrolle vernetzt.